Räucherwerke mischen mit Frau Holle

Räucherwerke mischen mit Frau Holle…

Jetzt ist die perfekte Zeit um meine Kräuter zu passenden Mischungen für die letzten Wochen des Jahres zusammenzustellen. 

Mit Freude betrachte ich die mit viel Liebe gesammelten Kräuter und Wurzeln von 2018 vor mir.

Ich liebe es immer, in diesem Moment innezuhalten und das Erwachen und Wachsen des Kräuterjahrs noch einmal bewusst wahrzunehmen und passieren zu lassen. Beim Anblick fällt mir zu jedem Kraut ein, wo ich es

gesucht und gefunden hatte.

Dankbarkeit erfüllt mich, dass ich hier auf dem Berg wohnen kann und so nah an ursprünglicher Natur leben darf. 

Am liebsten packe ich die getrockneten Holunderblüten aus. Der schwere süße Duft bringt den Sommer zurück auf den Tisch.

Der Holunderbusch – Frau Holle – die germanische Göttin Holla

Sie wohnt in Höhlen im inneren des Bergs. Folgt man den Bächen zurück zu den Quellen, dann kommt man in ihr Reich. Auch Brunnen und Teiche führen zu ihr.

„Sie ist die Mutter Erde und die Mutter der Erde.“

Eine weise Frau, die älter als unser Planet ist. Sie ist die Hüterin der Seelen, die die Schwelle überschreiten. Von ihr und zu ihr gehen die Seelen der Kinder. Alle Schätze im Boden werden von ihr gehütet.

Tagtäglich erleben wir ihr Tun, denn wenn sie sich ihr Haar kämmt, dann scheint die Sonne und wenn es nebelig ist, dann kocht sie. Schäfchenwolken sind die Abbildung ihrer Schafherde. Sie wäscht ihren Schleier, wenn es regnet und wenn sie die Betten schüttelt, dann schneit es – das wissen wir bereits aus unserer Kinderzeit.

Der Glaube der Germanen mischt sich mit der Mythologie vergangener Jahrhunderte. Niemals wurde sie vergessen – dazu trugen auch die Gebrüder Grimm bei.

 

Vor nur wenigen Jahrzehnten war es noch selbstverständlich, dass sich der Wander er verbeugte  oder den Hut zog, wenn er an einem Holunderbusch vorbeiging.

An jedem Hof wuchs ein Holunder um Krankheit und Unheil von den Bewohnern des Anwesens fernzuhalten.

Frau Holle, die Hüterin des Lebenskreislauf – Die Nachgeburt der auf dem Hof geborenen Kinder, wurde zu ihren Füßen vergraben und das Badewasser der Säuglinge zu ihren Wurzeln ausgeschüttet, damit sie Krankheiten tief zu sich in die Erde nimmt und die Kinder vor Krankheit schützt. Holunderholz durfte niemals im Haus als Brennstoff verbrannt werden, denn sonst wäre das, wovor sie uns schützt, im Haus freigesetzt worden.

„Hin und wieder kommt sie als alte arme Frau und bittet um milde Gaben. Sie prüft damit die Seelen der Menschen. Besser man nimmt sich ihrer an und gibt ihr von Herzen.“

Sie ist also die Mutter Erde und Lichtbringerin in unserem Leben, sie schützt und bringt die Kinder, steuert das Wetter und ist tiefsinnig und weise und prüft unsere Seelen – sie hat Respekt verdient!

Wenn ich an einem Holunder vorbeigehe, dann verbeuge ich ein klein wenig und grüße sie mit meinem Herzen. Eine kleine Zeremonie, die mich mit der Natur bewusster verbindet. Ich sehe Frau Holle nicht als Frau die bettenschüttelnd an einem bestimmten Ort wohnt, aber als einen kraftvollen Teil der Natur. Der Teil, der für das stetige Erwachen nach dem Winter, das Heranwachsen im Frühjahr, das Gedeihen und Kräftigen im Sommer, das Ausbilden der Fortpflanzungsfähigkeit im Herbst und die Zurückgezogenheit im Winter steht.

Der Kreislauf des Jahres und des Lebens – geboren werden, sterben und wieder geboren werden.

In meinen Räucherwerken verwende ich ihre Rinde, die Blätter und Blüten, um die starke Energie für Schutz hervorzuholen. Die große Kraft dieses Busches unterstützt und führt bei Zeremonien, bei welcher die Schwelle zum Jenseits überschritten werden müssen, z.B. Ahnen- und Geistführungsräucherungen. Das Licht und die Helle erleuchten Wege, die beschritten werden können oder beschritten werden sollen. Die Blüten verhelfen zu sicherer Klarheit.

Der süße Duft der verräucherten Blüten verfliegt sehr schnell, aber die Energie ist auch für denjenigen, der zum ersten Mal einer Räucherzeremonie beiwohnt stark wahrnehmbar.

 

Meine Mischungen sind keine Raumdüfte und Lufterfrischer. Sie sind zwar angenehm zu riechen, erfüllen aber einen energetischen ganz anderen Zweck. Einige sind so nebenbei auf einem kleinen Räucherofen den ganzen Tag lang sinnvoll – wie z.B. Mischungen für schulischen oder beruflichen Erfolg. Eine schöne Räucherung, z.B. für eine Verabschiedung von Verstorbenen oder Meditationsvorbereitung sollte in Ruhe mit einer Zeremonie gepflegt werden.

Die klassischen Räucherungen zur energetischen Säuberung von Krankenräumen oder Zimmern, in denen jemand verstorben ist, sind hier in Tirol Bestandteil des täglichen Lebens.

Auch Reinigungen und Schutz von Haus und Hof sind Normalität zur Jahreswende. Ein wunderbarer und sinnvolles Brauchtum, welches  zum Glück hier noch immer angewendet wird und seine Wirkung entfalten kann.

„Frau Holle werde ich auch in die Weihnachts- und Neujahrsmischungen 2018 beigeben.“

Bei den letzten Tagen des Jahres, in der offenen Felis-Werkstatt, werde ich die entstandenen Mischungen verräuchern.

Komm einfach vorbei und probiere hier das neue Räucherwerk mit mir aus. Lerne Frau Holle von einer anderen Seite kennen und spüre hier deren Wirken.

 

 

 

 

 

 

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